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Unser Getränke-Tipp für die letzten Spätsommertage: Trinkt Mondino!

Inspiration von Franziska Klün · Fotos Peter Lorenz · 3. Oktober 2016

Haben wir denn schon Herbst? Noch nicht ganz! Wir trotzen dem sich anbahnenden Temperatursturz mit einem heißen Tipp zum Ende der Saison: In den Chiemgauer Voralpen gibt es vier junge Männer, die ein wahres Juwel an Aperitif erschaffen haben – den Amaro Mondino.

Dieser Bitterlikör klingt nicht nur nach Italienurlaub, er schmeckt auch so. Aus dem Italienischen übersetzt ins Deutsche heißt Mondino „Kleine Welt“ – und genau das soll der Amaro sein – eine kleine Welt aus unzähligen Aromen vereint in einer schlichten Flasche mit dem rautenförmigen Etikett.

Wir müssen gestehen, wir haben diese kleine Welt anfangs unterschätzt. Vor einiger Zeit haben wir die Männer in Süddeutschland in ihrer Brennerei besucht. Und wie das manchmal so ist: nur einmal kurz dran genippt – nicht noch einmal dran genippt. Bis zu diesem einen heißen Tag in diesem Sommer. Bis da plötzlich diese Flasche vor uns stand. Serviert „on the rocks“ mit einer Scheibe Orange funktioniert der Likör als Aperitif ebenso exzellent wie als Digestif – oder auch als Begleiter über einen ganzen Abend hinweg. Wenn man denn auch zulässt, dass sich die vielen Aromen entfalten, kommt der Mondino nämlich viel fruchtiger und leichter daher als seine altbekannten italienischen Konkurrenten namens Ramazotti oder Averna. Frischer Rhabarber und Bitterorangen (am besten Arancias Amara von der Amalfiküste) verleihen dem Getränk seine fruchtige Note, gelber Enzian macht es dezent herb, und eine ausgefeilte, hochgeheime Kräutermischung gibt ihm den gewissen Twist.

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Portrait
Brennerei Schnitzer Team
Produktion
Produktion
ProduktionBenedikt Pfeufer
Kai Schnitzer
Mondino Banderole
MessbecherMondino Kisten

Die Macher dahinter sind wahre Selfmade-Getränkehersteller: vier Freunde aus Kindertagen, die sich während einer Segeltour überlegen, dass sie eigentlich gerne etwas mehr gemeinsam machen würden – ein Projekt, ein Hobby. Der eine erzählt von der Brennerei seines Großvaters – der Brennerei Schnitzer – in der bereits seit 1850 Brände und Liköre hergestellt werden. Nun aber sei die Nachfolge ungeklärt.

Die Idee lässt die Männer nicht los. Könnten sie nicht theoretisch …? Einige Wochen später sitzen sie bei Großvater Schnitzer am Küchentisch, die Idee wird konkreter, bis der Großvater aufsteht und einen Zettel aus einem Schrank hervorkramt. Darauf zu lesen: die Rezeptur eines Amaros, die er aus seiner Zeit in Italien vor vielen Jahren mitgebracht und nie in großer Runde verköstigt hat. Spätestens jetzt ist allen klar: Sie müssen’s machen!

Und so wird der Amaro zum Amaro Bavarese, sozusagen zum Bayern mit italienischen Wurzeln, der Slogan: „Ein bisserl Dolce Vita geht immer“. Dieses süße Leben schmeckt nach bayerischer Interpretation zwar eher bitter, aber genau das macht den Mondino auch so erfrischend. Und da dieser immer und zu 100 Prozent „fatto a mane“ ist, „handmade in Germany“ also, passt er natürlich wunderbar zu YSSO.