#

Philip Rosenthal: Zum 100. Geburtstag!

News von Franziska Klün · Fotos Peter Lorenz · 4. März 2016

Wir stecken schon wieder tief drin in den Vorbereitungen eines neuen, zweiten YSSO-Roadtrips. Doch bevor wir uns wieder auf Recherchetour begeben, wollen wir noch die letzten Ergebnisse unserer ersten großen Reise teilen. Vor ein paar Monaten waren wir 18 Tage unterwegs, haben 16 Betriebe besucht und zahlreiche Interviews geführt. Auch in der Porzellanstadt Selb in Oberfranken haben wir einen kleinen Zwischenstopp eingelegt und das Traditionshaus Rosenthal besucht.

ysso-rosenthal-prototyp-1
ysso-rosenthal-porzellanysso-rosenthal-mitarbeiter

Das Unternehmen, das in den Nullerjahren zwischenzeitlich in wirtschaftliche Schieflage geraten war und 2009 an die charismatischen italienischen Brüder Pierluigi und Franco Coppo von Sambonet Paderno verkauft wurde, ist wieder auf gutem Wege: Auf der Möbelmesse IMM in Köln Mitte Januar zum Beispiel waren auf dem Stand des Möbelherstellers Pulpo die vom deutschen Design-Überflieger Sebastian Herkner entworfenen, elegant-minimalistischen Leuchten „Boules“ zu sehen, die in Zusammenarbeit mit Rosenthal entstanden sind. Herkner hat sich nun auch an einem kleinen Spaß des Unternehmens beteiligt und das einstige Rosenthal-Hausschwein Roro nachdesignt. Roro war nämlich Bestandteil einer interessanten Wette zwischen dem Architekten Walter Gropius und Philip Rosenthal, Sohn des Firmen-Gründers, von 1952 bis 1989 war er im Unternehmen tätig und gestaltete die Geschehnisse maßgeblich.

ysso-rosenthal-prototyp-2
ysso-rosenthal-handmade
ysso-rosenthal-entwurf-3
ysso-rosenthal-fabrik-1ysso-rosenthal-maschine

Gropius, der das Werk Rosenthal am Rothbühl entworfen hatte, wollte dem Firmenchef nicht glauben, als der behauptete, der schwarze Rand eines Tellers würde nach dem Brand zum Goldrand werden. Doch Rosenthal behielt Recht und Gropius musste seine Wettschuld einlösen und eine Unterkunft für Roro gestalten. Der äußerst sehenswerte Entwurf mutete an wie ein Ableger des Werks Rothbühl, wurde jedoch nie gebaut, stattdessen zog Roro auf einen Bauernhof in die Oberpfalz. Da Philip Rosenthal in diesem Jahr jedoch 100 Jahre alt geworden wäre, hat man die schöne Anekdote noch einmal ausgekramt. Nachzulesen ist die ganze Geschichte (und ein paar mehr) in dem neuen Online-Magazin der Firma für das auch der renommierte Fotograf Joachim Baldauf eine sehenswerte Fotostrecke inszeniert hat.
Unser Lieblingszitat von Philip Rosenthal:

„Erfolg im Leben ist etwas Sein, etwas Schein und sehr viel Schwein“.

In diesem Sinne: Happy Birthday!